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ecotopia dance productions: Pressestimmen Helena Waldmann - Gute Pässe Schlechte Pässe - eine Grenzerfahrung
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HELENA WALDMANN

GUTE PäSSE SCHLECHTE PäSSE - EINE GRENZERFAHRUNG

In her compelling work Good Passports Bad Passports Helena Waldmann draws parallels between borders, crossing them, innate prejudice, outdated traditionalism and the held beliefs of contemporary dance and acrobats, but it’s an analogy that works well in this context and proved to be a stroke of genious.
There were many unconfortable, upsetting moments, but at times it was laugh-out-loud hilarious. All of it resonated rather deeply. The stage was populated with four dancers, three acrobats and 20 local people. A pole was erected and one of the acrobats quickly shunted up, holding himself (somehow!) at a right angle to the floor, symbolising a flag. The stage was split into two and a voice spoke in both German and English, making a series of comments: I pay taxes; I have a credit card; I have a conviction and so on. The cast have to choose left or right, yes or no, and flock between sides, sometimes changing their minds, as if they feel obliged to be honest. So, the scene is set, the rights and wrongs of our assumptions, the blatant observation that we are different beings, with multi-faceted opinions, but neither wrong nor right.
It is expertly portrayed via the vocal and physical representation of the contemporary dancers, who do not want spectacle or tricks or glamour, and the flamoyant acrobats, who are intent upon risk, exploring the new and gaining applause. As both sides vie for authentication, the acrobat demonstrates his ‚roll’ by throwing himself into an airborne flip. The contemporary dancer executes his version as a sideward somersault on the floor, adding to this his ‚prince role’, with the mime gesture of a crown. The delivery is deliciously droll and highly amusing. What ensues can only be descriped as a battleground where each side dismisses the other – the aggression, endurance and sheer physicality and athleticism escalate to monumental proportions, with plenty of expolsive and exciting episodes – and the cental issue of prejudice on both sides is left unresolved. In one sequence, the acrobat mimics the dancer, generating much mirth. A quite brillant, exaggerated display of campery followed, made all the more poignant because, in reality, he could not demonstrate adequately the contemporary technique. As a wall of linked people surged and repressed the two divisions, with no satisfactory outcome, it hit home – the inability of populations everywhere to change their core beliefs. Such thought-provoking, politically topical material, with such first-rate, sometimes astounding performers, is well worth watching more than once.
Deborah Weiss, Dance Europe Aug/Sept 2017

DIE GANZ UND GAR MENSCHLICHE MAUER - HELENA WALDMANNNS GRANDIOSES STüCK üBER GRENZEN UND UNS ALLE
Der Titel „Gute Pässe Schlechte Pässe“ braucht keine weitere Erklärung in einer Welt, in der sich die einen bewegen können, die anderen nicht, in der die einen gerne reisen und die anderen verzweifelt einen Ort suchen, von dem sie nicht verjagt werden. Die Choreographin entwickelt mit einer ungemein fitten Truppe eindrucksvolle, praktisch unvergessliche Bilder für das Anderssein und die Frage, worin das eigentlich besteht, für die Feindlichkeit und ihre Auswirkungen, überhaupt für das Zusammenleben von Menschen. Was hält sie zusammen? Was lässt sie auseinanderfliegen? Nach einer grandiosen Stunde Tanz und Akrobatik versteht man es immer noch nicht, aber man hat eine Vorstellung davon im Kopf. Und man begreift, dass es immer auch zum Lachen ist. Zum Lachen wäre.
Judith von Strernburg, Frankfurter Rundschau 19.10.17

DIE WILLKüR VON GRENZEN
Waldmanns Choreografie ist verstörend und mitreißend zugleich. Ihre zumeist politischen Stücke sind bekannt dafür, den gesellschaftlichen Nerv zu treffen, thematisch da anzusetzen, wo es gerade wehtut. Sie stellt die Frage, was Grenzen eigentlich wirklich markieren. Dabei paart sie Gesellschaftskritik mit ein wenig Humor und schafft es so, ihr Publikum auch ohne erhobenen Zeigefinger zum Nachdenken anzuregen. Ein würdiger Abschluss von „Tanz Bremen“, der mit lang anhaltendem Beifall belohnt wurde.
Alexandra Knief, Weser Kurier 26.3.2017

DIE SCHöNEN HIER, DRüBEN DIE WILDEN
Offen und assoziativ, intensiv, donnernder Applaus.
Christian Pichler, Neues Volksblatt 16.3.2017

WENN WILDE AKROBATEN AUF ANMUTIGE TäNZER TREFFEN
Begeisterter Beifall für einen tragikkomischen, gesellschaftskritischen, aber nicht moralinsauren Abend, der zum Nachdenken anregt.
Karin Schütze, OÖNachrichten 16.3.2017

DER PASS ALS SOZIALE KREDITKARTE
Helena Waldmann mischt sich auch mit dieser Produktion wieder deutlich in gesellschaftliche Prozesse ein. Ihr Stück "Gute Pässe Schlechte Pässe" ist eine Visitenkarte für das politische Tanztheater.
Natali Kurth, SWR2 / Kultur Aktuell 10.3.17

Das inhaltlich-politisch sehr ambitionierte Stück ‚Gute Pässe, schlechte Pässe’ lebt vor allem von der sinnlichen Kraft der künstlerischen Gegensätze: es gibt einige beeindruckende Duette zwischen Tänzern und Artisten, in denen sie sich annähern oder drangsalieren, den anderen mit seinen Künsten und Grenzen jeweils austesten. Das Herz des Publikums schlägt dabei – man spürt es in jeder Szene – für die jungen, ungemein vitalen und lässigen Artisten. Doch braucht es den zeitgenössischen Tanz und seine Tänzer, um genau diese unterschiedlichen Qualitäten sichtbar zu machen und auch der Artistik eine emotionale und symbolische Dimension zu geben. Helena Waldmann hat kein Stück für das Genre des Neuen Zirkus gemacht, sondern Tänzer und Artisten auf Augenhöhe zusammengebracht. Die Tanzregisseurin hat mit ‚Gute Pässe, schlechte Pässe’ wieder künstlerisches Neuland betreten.
Elisabeth Nehring, DFunk/Kultur Heute

CROSSING BORDERS WITH FLIC FLACS
Wird es irgendwann keine Grenzen mehr geben, fragt eine Stimme aus dem Off am Ende. Darauf hat dieses Theater keine Antwort. Gewiss ist nur, dass Helena Waldmann die Grenzen braucht, um sie immer wieder zu überschreiten.
Stefan Benz, Darmstädter Echo 8.3.2017

MAUERN GIBT ES VIELE
Grenzziehungen gibt es aber noch mehr in diesem Stück, und dafür hat Helena Waldmann 20 Mitwirkende vor Ort gecastet, ein buntes Multi-Kulti-Grüppchen (wie alle Darsteller von Judith Adam in ebenso einheitliches wie unterschiedliches Schwarz gekleidet). Sie werden nach den Regeln eines gängigen Party-Spielchens in immer neue gegensätzliche Gruppen sortiert – nach Herkunft und Pässen, nach Reisen und Lebensgefühl, am Ende nach politischen Hoffnungen und Erwartungen. Sie bilden aber auch immer wieder eine lebende Mauer zwischen den verfeindeten Gruppen, instrumentalisiert von beiden Seiten. Am Ende dreht sich die Mauer wie eine außer Kontrolle gewordene Achse über die Bühne und jagt TänzerInnen wie Akrobaten in eine sinnlose Flucht.
Isabelle von Neumann-Cosel, tanznetz 5.3.2017

THEATER DER GESTEN
Es sind vor allem die Symbole, die von diesem Abend in Erinnerung bleiben. Die Grenzen zwischen unseren Nationalstaaten sind konstruiert, werden beständig verteidigt und umkämpft – und von Menschen bestimmter Nationen viel einfacher überwunden als von anderen. Dass nicht alle sich frei zwischen diesen Grenzen bewegen können, ist in Zeiten immenser weltweiter Migrations- und Fluchtbewegungen ein omnipräsentes Problem, das die Regisseurin und Choreographin Helena Waldmann mit ihrem neuen Tanztheaterstück „Gute Pässe Schlechte Pässe – Eine Grenzerfahrung“ nun auf der Bühne thematisiert. Aus Nationalismus resultieren Abschottung und Ungleichheit; dies steht als Aussage im Fokus. Um für das politisch-menschliche Gegeneinander eine künstlerische Entsprechung zu finden, hat Waldmann drei Artisten und vier zeitgenössische Tänzer zusammengebracht: Nouveau Cirque „versus“ moderner Tanz. Zudem stehen insgesamt 20 Laien mit auf der Bühne; „Mauerbauer“, wie sie im Programmheft genannt werden.
Bettina Weber, Die Deutsche Bühne 5.3.2017

NUR LIEBE BRINGT SCHLIEßLICH ERLöSUNG
In "Gute Pässe Schlechte Pässe" treffen Akrobaten und Tänzer aufeinander. Für die in Berlin ansässige Waldmann ist bei der Wahl für die Kunstformen Tanz und Akrobatik entscheidend, dass sie sich beide über den Körper ausdrücken. Und das verleiht ihrem Werk die treibende Kraft und lässt ihr Konzept zu Grenzerfahrungen aufgehen.
Nora Abdel Rahman, morgenweb 6.3.2017

MAUERN IM KOPF
Ihr inszenierter Wettstreit zwischen der U- und E-Sparte lässt sich zugleich als Sinnbild für eine Welt lesen, in
welcher der privilegierte Teil der Menschheit den anderen und vermeintlich primitiveren auf Abstand hält.
Diese Doppeldeutigkeit macht es kaum mehr möglich, zwar die globale Lage als schief anzuerkennen, bei der Frage nach der Wertigkeit der Körpersprachen dann aber den Tanz zu favorisieren. Die Mauer im Kopf wird zumindest erschüttert. Dennoch zeigt die Inszenierung auch, wie erschöpfend eine noch so spektakuläre Flickflack-Folge auf
Dauer ist, während die Tänzer mit viel weniger Körpereinsatz Komplexes erzählen.
Verfassung, Glaube und Krieg: So nennt Waldmann ihre drei Kapitel, in denen vier Tänzer mit drei Akrobaten konkurrieren, assistiert von einem als mobile Mauer oder manipulierbare Masse fungierendem Laienchor.
Alle zusammen stehen für die gesamte Menschheit. Jedes Kapitel beginnt mit einem lebenden Tableau. Erst stellen die Protagonisten die 1945 entstandene Aufnahme vom Hissen der US-amerikanischen Flagge auf der japanischen
Insel Iwo Jima nach, dann eine Kreuzabnahme, schließlich Francisco de Goyas „Erschießung der Aufständischen“. Diese Gruppenbilder lösen sich immer wieder auf und bilden zwei Lager, die mit ihrer jeweiligen Ausdrucksform und wachsender Härte das Geschehen zu bestimmen suchen. Dazu erklingt in drei Versionen der derzeit fast zynisch
anmutende Song „We Are The World“ aus der Feder von Michael Jackson und Lionel Richie, mit dem 1985 Bob Geldofs Live- Aid-Benefizkonzert für Afrika gekrönt wurde. Lang ist die kitschige Melodie nie zu hören, pulsierende Rhythmen und schärfere Klänge verschlucken sie.
Keine der einprägsamen Szenen bewegt sich auf eingleisiger Bahn. Die Parallelsetzung von Weltgeschehen und Theaterleben hat eine frappierende Wirkung, weil sie eine Ahnung davon gibt, wie umfassend Gleichberechtigung
gedacht werden muss. Wenn „Gute Pässe Schlechte Pässe“ mit der Frage endet, ob die Menschheit einmal ohne Grenzen auskommen wird, scheint das Ensemble die Antwort darauf zu verweigern und gibt sie doch: in der raumfüllenden, gleichrangigen und völlig durchmischten Anordnung aller Darsteller. Einmal mehr vertraut Helena
Waldmann dem Körper, wenn es darum geht, Position zu beziehen.
Julia Lutzeyer, Stuttgarter Nachrichten 6.3.2017

WOZU GRENZEN
Zirkus trifft Hochkultur: In dem Tanztheaterstück „Gute Pässe Schlechte Pässe“, das im Ludwigshafener Pfalzbau uraufgeführt wurde, lässt Helena Waldmann zwei Kulturen aufeinanderprallen und das Publikum über die Frage grübeln: Warum brauchen wir Grenzen? Von Slapstick im einen Moment wechselt die Berliner Regisseurin zu bitterster Gesellschaftskritik im anderen: vielschichtig, verstörend und extrem mitreißend.
Antje Landmann, Die Rheinpfalz 6.3.2017

TRAUMVORLAGE
Ihre Inszenierungen sind politisch und poetisch, zärtlich und brutal, analytisch und doch von unaufdringlicher Schärfe. Verlässlich treffen sie den gesellschaftlichen Nerv, packen den Zuschauer bei allen Sinnen und fordern ihn mit wahnwitzigen Bildfindungen heraus.
Dorion Weickmann, Süddeutsche Zeitung 4.3.2017

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