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DON Q.
BIOGRAPHIEN
Egon Madsen
Egon Madsen wurde 1942 auf der Insel Fünen (Dänemark) geboren. Seine Tanzausbildung erhielt er bei Thea Jolles, Birger Bartholin und Edith Frandsen. Als Zehnjähriger sammelte er mit Aarhus Kinderballet seine erste Bühnenerfahrung; es folgten Engagements beim Tivoli-Pantomimentheater und dem Skandinavischen Ballett. Zum Stuttgarter Ballett kam er 1961 durch Vermittlung des dänischen Tänzers Erik Bruhn und seiner Lehrerin Edith Frandsen. Dort ernannte ihn John Cranko schon ein Jahr später zum Solotänzer.
Madsens herausragenden tänzerischen und schauspielerischen Talente sowie seine Wandlungsfähigkeit inspirierten eine Vielzahl von Choreographen, allen voran John Cranko. Dieser schuf für ihn die Rollen des Lenski in Onegin, Prinz Siegfried in Schwanensee, Don José in Carmen, Gremio in Der Widerspenstigen Zähmung, Paris in Romeo und Julia, der Joker in Jeu de Cartes und der Jüngling in Poème de l'extase. Kenneth MacMillan kreierte in dieser Zeit die Rolle des „Ewigen“ für Madsen in seinem inzwischen weltberühmten Ballett Das Lied von der Erde und Peter Wright die des Albrecht in Giselle.
Nach Crankos frühem Tod 1973 wurde die Zusammenarbeit mit anderen Choreographen intensiver. Mit Glen Tetley erarbeitete sich Madsen ein modernes Repertoire durch Hauptrollen in u. a. Pierrot Lunaire, Daphnis und Chloé und Arena. Weitere Höhepunkte waren MacMillans Requiem und von John Neumeier Der Fall Hamlet sowie die Rolle des Armand Duval im 1978 entstandenen Ballett Die Kameliendame mit Marcia Haydée in der Titelrolle.
Neben Marcia Haydée zählten zu Madsens Partnerinnen viele weitere berühmte Ballerinen, z. B. Margot Fonteyn, Gelsey Kirkland, Lynn Seymour, Eva Evdokimova, Anita Cardus und Lucia Isenring, mit der er seit 1980 verheiratet ist.
Als eine der legendären Persönlichkeiten, mit denen das Stuttgarter Ballett die Bühnen der Welt eroberte, wurde Madsen zu vielen Gastauftritten eingeladen, u. a. vom Royal Ballet in London und vom Königlichen Ballett in seiner Heimat Dänemark sowie von Kompanien in Köln, München Toronto.
1981 verließ Madsen das Stuttgarter Ballett, um andere Schwerpunkte in seiner künstlerischen Arbeit zu setzen. Er übernahm die Leitung des Balletts in Frankfurt, wo er das Repertoire durch Choreographien von Maurice Béjart, John Cranko, Glen Tetley, William Forsythe, Jiri Kylian und Uwe Scholz erweiterte. Später wurde er zum Ballettdirektor des Königlich Schwedischen Balletts in Stockholm berufen, anschließend war Ballettdirektor am Teatro Communale in Florenz und arbeitete sodann als freischaffender Coach und Ballettmeister. 1990 holte ihn Marcia Haydée zum Stuttgarter Ballet als Ballettmeister und späteren stellvertretenden Ballettdirektor zurück. 1996 ging Madsen als Erster Ballettmeister zum Leipziger Ballett unter der Leitung von Uwe Scholz.
Knapp drei Jahre später folgte er einer Einladung Jiri Kylians zum Nederlands Dans Theater III. Diese einmalige Truppe von Tänzern über 40 wurde mit einem auf die starke Bühnenpräsenz seiner Mitglieder maßgeschneiderten Repertoire weltberühmt. Madsen übernahm die Künstlerische Leitung des NDT III und inspirierte erneut als Tänzer Choreographen wie Jiri Kylian, Robert Wilson, Mats Ek, Meryl Tankard und Paul Lightfoot.
Seit 2006 ist Madsen wieder freischaffender Ballettmeister. Er unterrichtet beim Stuttgarter Ballett, dem Kieler Ballett, dem Nederlands Dans Theater und dem Norwegischen Nationalballett. Daneben arbeitet er an ausgesuchten künstlerischen Projekten mit.
Eric Gauthier
Eric Gauthier wurde in Montreal, Kanada geboren. Er begann seine Ballettausbildung bei Les Grands Ballets Canadiens in seiner Heimatstadt und besuchte im Anschluss daran die National Ballet School in Toronto, wo er neben Ballett u.a. auch Musik- und Gesangsunterricht erhielt. 1995 machte er seinen Abschluss und wurde Eleve beim National Ballet of Canada, unter der Leitung von Reid Anderson, wo er erste Bühnenerfahrung sammeln durfte.
Als Reid Anderson 1996 Intendant des Stuttgarter Balletts wurde, war Eric Gauthier der einzige Nichtsolist, den Anderson aus Kanada mit nach Deutschland einlud. Als Mitglied des Corps de Ballets in Stuttgart tanzte Gauthier eine Vielzahl klassischer und neo-klassischer Rollen. Es waren aber seine Fähigkeiten als zeitgenössischer Balletttänzer, die jeden Choreographen, der zwischen 1996 und 2006 mit dem Stuttgarter Ballett zusammenarbeitete, sofort auffielen. Ob Erstauführungen oder neue Kreationen, Eric Gauthier war fast immer dabei und hat somit mit einer beeindruckenden Anzahl bedeutender internationalen Choreographen zusammengearbeitet. Insbesonders hat er sich als hervorragender Interpret der Stücke von William Forsythe einen Namen gemacht. Im Jahr 2000 wurde er zum Halb-Solisten ernannt; 2002 zum Solisten des Stuttgarter Balletts.
Inspiriert hat er mehrere Choreographen, und eine beachtliche Zahl von Rollen wurden für ihn kreiert. Besonders hervorzuheben ist die Zusammenarbeit mit dem jetzigen Hauschoreographen des Stuttgarter Balletts, Christian Spuck. Nachdem Gauthier in vier Urauführungen von Spuck auftrat, kreierte dieser 2003 die Rolle des Schigolch in seinem ersten abendfüllenden Werk Lulu. Eine Monstretragödie nach der Vorlage von Frank Wedekind für ihn. Im April 2005 kreierte Spuck die Hauptrolle des „Malers“ für Gauthier in seinem Stück „ ...la peau blanche...“ in dem Gauthier nicht nur tanzten sondern auch sprechen musste.
2005 gab Gauthier sein Debut als Choreograph bei den „Jungen Choregraphen“ der Stuttgarter Noverre-Gesellschaft mit Lebenszeit. Sein zweites Stück, Ballet 101, war im Mai, 2006 ein solcher Erfolg mit Presse und Publikum, dass es sogleich zu mehreren Galas in Deutschland und Asien eingeladen wurde.
2001 traf Gauthier auf dem Schlagzeuger Reinhardt Albrecht, der bei einer Ko-produktion des Stuttgarter Balletts und das Schauspiel des Staatstheater Stuttgarts, Der Weisse Wolf, mitspielte. Die zwei begannen zusammen Musik zu machen und gründeten bald darauf die Band Royaltease. Gauthier schreibt die Musik und Texte, spielt Gitarre und ist der Sänger der Band. Diese spielte sich mit vielen Konzerten in Stuttgart und der Region an die Spitze der Stuttgarter Rock-und Popszene. Da die Presse sich hauptsächlich auf den tanzenden Rockstar Gauthier stürzte, wurde die erste CD Morning after Songs unter dem Namen „Eric Gauthier“ 2004 veröffentlicht. Im selben Jahr gewann Gauthier den Preis für „Best Songwriter of Baden-Württemberg“, verliehen vom neu gegründetem Popbüro. Die nächste CD wird im Frühjahr 2007 erscheinen.
Darüber hinaus hat Gauthier 2004 eine abendfüllende Produktion,“One Week Only – Emotions in a Box“ für das Staatstheater Stuttgart produziert, mit live Musik und Film, das so schnell ausverkauft war, dass es in der nächsten Spielzeit wiederaufgenommen wurden ist.
Zuletzt choreographierte er und tanzte in einem Film produziert für den „3-Löwen Takt“ des Landes Baden-Württemberg, für den er auch die Musik komponierte und aufgenommen hat.
Christian Spuck
Christian Spuck choreographiert seit 1997 für das Stuttgarter Ballett. Im Juni 2001 ernannte Ballettintendant Reid Anderson den gebürtigen Marburger zum Hauschoreographen. Seit 1998 hat Christian Spuck elf Uraufführungen für das Stuttgarter Ballett geschaffen und trägt mit seinem Werk maßgeblich zur Ausformung des modernen Profils der Compagnie bei.
Christian Spuck erhielt seine tänzerische Ausbildung an der John Cranko-Schule in Stuttgart, wo er 1993 seinen Abschluss in klassischem und modernem Tanz machte. Als Tänzer arbeitete er mit Jan Lauwers’ Needcompany und mit Anne Teresa de Keersmakers Ensemble ROSAS. 1995 wurde Christian Spuck Mitglied des Stuttgarter Balletts, wo er unter anderem in Voluntaries (Glen Tetley), Troy Game (Robert North), Opus I, Jeu de Cartes, Romeo und Julia, Der Widerspenstigen Zähmung, Onegin, Schwanensee (alle John Cranko), Kazimir’s Colours (Mauro Bigonzetti), Love Songs (William Forsythe), R.A.M. (Martino Müller) und Kameliendame (John Neumeier) tanzte.
Von 1994 bis 1996 war Christian Spuck als choreographischer Assistent von Marco Santi unter anderem an den Tanzproduktionen Amras, The Sinking of … und The Tears of Niobe beteiligt.
Für die Reihe „Junge Choreographen“ der Stuttgarter Noverre-Gesellschaft erarbeitete Christian Spuck 1996 seine erste eigene Choreographie, den Pas de deux Duo/Towards The Night. Dieses Debüt war so erfolgreich, dass sowohl das Stuttgarter Ballett als auch das Ballett der Deutschen Oper Berlin den Pas de deux in ihr Repertoire aufnahmen.
1997 choreographierte Christian Spuck für die Noverre-Gesellschaft Songs From A Secret Garden. 1998 folgte seine erste Uraufführung beim Stuttgarter Ballett: Passacaglia. Im selben Jahr wurde das Ballett Les Indes Galantes, eine Koproduktion von Christian Spuck und Marco Santi mit dem Stuttgarter Barockorchester unter Frieder Bernius, uraufgeführt und anschließend im Südwest-Fernsehen ausgestrahlt. Außerdem schuf Christian Spuck amores 1 für das Regional Arts Festival of Europe. In der jährlichen Kritikerumfrage der Zeitschrift Ballett International – Tanz Aktuell wurde Christian Spuck in der Spielzeit 1997/1998 und erneut in der Spielzeit 1999/2000 als „Bester Nachwuchs-Choreograph“ genannt.
Seit 1999 hat Christian Spuck acht weitere Ballette für gemischte Ballettabende und ein abendfüllendes Handlungsballett für das Stuttgarter Ballett choreographiert: Im Februar 1999 feierte dos amores im Schauspielhaus Premiere und wurde bei Publikum und Presse ein überwältigender Erfolg. Das Stuttgarter Ballett zeigte das Stück im Januar und Februar 2000 auf einer USA-Tournee, wo es auch das amerikanische Publikum begeisterte. Im April 2000 erlebten die Zuschauer im Stuttgarter Opernhaus die Uraufführung von das siebte blau, in dem Christian Spuck erstmals die Musiker (in diesem Fall ein Streichquartett) ins Bühnengeschehen integrierte. Es folgten die Uraufführungen von Carlotta’s Portrait und Songs (2001). Alle diese Werke wurden von Presse und Publikum enthusiastisch gefeiert. Für den Ballettabend RENDEZVOUS AVEC CHOPIN choreographierte Christian Spuck 2002 das Stück nocturne. Zu seinen jüngsten Schöpfungen gehören die humoristischen Preziosen Le Grand Pas de deux (2000), den das American Ballet Theatre in sein Repertoire übernommen hat, und Cupid’s Garden, geschaffen für Egon Madsen und Eric Gauthier anlässlich der Silvestergala 2004 des Stuttgarter Balletts. Im Rahmen dieser Gala wurde auch der Pas de deux Pieces from a Lost Paradise uraufgeführt. Im April 2005 tanzte das Stuttgarter Ballett beim Ballettabend TANZSICHTEN III die Uraufführung von …, la peau blanche … .
Christian Spucks hohe Musikalität, sein souveräner Umgang mit dem Raum, seine stilsichere Inszenierungskunst und seine Fähigkeit, mit großen Besetzungen zu arbeiten, verlangen geradezu nach dem erzählenden, abendfüllenden Format. Sein erstes großes Handlungsballett schuf Christian Spuck ebenfalls für das Stuttgarter Ballett: Lulu. Eine Monstretragödie nach dem Schauspiel von Frank Wedekind erlebte seine umjubelte Uraufführung im Dezember 2003 auf der Bühne des Stuttgarter Opernhauses. Mit diesem Werk, choreographiert zu Musik von Dmitri Schostakowitsch, Alban Berg und Arnold Schönberg, gelang es Christian Spuck, die große Tradition des neu geschaffenen Handlungsballetts, die John Cranko beim Stuttgarter Ballett begründete, innovativ und zeitgemäß fortzuschreiben.
In den vergangenen Jahren hat Christian Spuck auch mit den anderen Sparten der Staatstheater Stuttgart zusammengearbeitet: Im Jahr 2000 schuf er die Choreographien zu Der Weiße Wolf, einer Koproduktion mit dem Schauspiel. In Zusammenarbeit mit der Jungen Oper der Staatsoper Stuttgart choreographierte er im Jahr 2002 für die Inszenierung Cupid And Death.
Seit 1999 hat Christian Spuck Uraufführungen für eine Reihe renommierter Ballettcompagnien in Europa und den USA geschaffen, darunter Morphing Games für Mauro Bigonzettis Aterballetto in Reggio Emilia (1999), Adagio für Tänzer des New York City Ballet (2000), Chaconne für die Akademie des Tanzes, Mannheim (2001), this- für das Ballett der Staatsoper Berlin (2003), shifting portraits für das Ballett Saarbrücken (2004) und The Restless (2005) für Hubbard Street Dance 2 Chicago. Im Jahr 2000 choreographierte Christian Spuck Endless Waltz für das Aalto Ballett Theater in Essen. Martin Puttke, der Direktor des Aalto Ballett Theaters beauftragte Christian Spuck außerdem mit der Choreographie eines abendfüllenden Stücks. Die Kinder, nach dem gleichnamigen Theaterstück von Edward Bond, wurde im April 2004 in Essen uraufgeführt, nur wenige Monate nach der Premiere von Lulu. Eine Monstretragödie im Stuttgarter Opernhaus. Die Kinder war 2005 für den Prix Benois de la Danse nominiert.
Zu den jüngsten Projekten von Christian Spuck gehört ein 25-minütiger Tanzfilm mit Márcia Haydée und Robert Tewsley. „Márcia Haydée als Penelope“ ist eine Koproduktion der Lichtspiel Entertainment GmbH mit ZDF/ARTE (Ausstrahlung auf ARTE im Februar 2006). Außerdem erarbeitete Christian Spuck für eine Koproduktion mit dem Chicago Symphony Orchestra vier Choreographien für Hubbard Street Dance 2 Chicago. Rund 10 000 überwiegend jugendliche Zuschauer sahen die vier Aufführungen im Dezember 2005 in Chicago. Im Sommer 2006 wurde Christian Spuck zum Resident Choreographer von Hubbard Street Dance 2 ernannt.
Am Theater der Stadt Heidelberg inszenierte Christian Spuck 2005 erstmals eine Oper: „Berenice“, ein Werk des jungen Komponisten Johannes Maria Staud nach einer Erzählung von Edgar Allen Poe.
Im Februar 2006 erhielt Christian Spuck den Deutschen Tanzpreis „Zukunft“ für Choreographie.
Am 7. April 2006 kam das neueste Handlungsballett Christian Spucks im Stuttgarter Opernhaus zur Uraufführung. Der Sandmann wurde von Christian Spuck nach der gleichnamigen Erzählung von E.T.A. Hoffmann kreiert. Nach Lulu. Eine Monstretragödie (für das Stuttgarter Ballett) und Die Kinder (für das aalto ballett theater Essen) ist Der Sandmann Christian Spucks drittes abendfüllendes Handlungsballett.
Im November 2006 hatte sein abendfüllendes Stück The Return of Ulysses beim Royal Ballet of Flanders Premiere.
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