QUASAR CIA DE DANçA
AN INVISIBLE STORY
REGEN, WIND UND FäDEN
Von der Decke hängen lange Schnüre, und um sehr zarte Fäden handelt es sich, mit denen sich Henrique Rodovalho diesmal beschäft. Zum Beispiel mit einem schier unzertrennlichen Frauenpaar, das immer wieder zu den gleichen Bewegungen zurückfindet: kunstvollen Drehungen mit verschlugenen Armen, Schritten, die an höfische Tänze erinnern.
(...) Dreigeteilt wird Rodovalhos „Geschichte“, die immer wieder wie fugenartig komponiert wirkt, durch Wind- und Regengeräusche, ausgeklügelte Lichtregie und Wechsel der sehr schönen Kostüme. Sie betonen die Rollen der sechs Tänzer, die sich auch über charakteristische Bewegungen ereben: Neben dem Frauenpaar vor allem eine einzelne Frau, die wie ein Katalysator zwischen dem Weiblichen und dem Männlichen agiert und als Gegenstück zu einem, der mit einer Binde zum Blinden gemacht wird, während ein anderer, lautlos brabbelnd, imitierend, zum Kommentator sowohl der Musik als auch der anderen Tänzer wird. Am Ende streift sich der Blinde seine Binde ab, während sich die Frau wie zu Beginn, entblößt. Konkurrenz, Aggressionen, Ausgranzung, Liebe: Geteilte Empfindungen, die dennoch bei jedem anders wirken, selbst wenn sie in völlig symmetrischen Bewegungssequenzen erscheinen. Es sind vor allem zarte Bilder der Zuneigung, die sich dabei einprägen, ein Spiel mit kunstvoll geknüpften Fäden – sichtbar oder nicht. Das Publikum war hellauf begeistert.
emm., Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10. April 2007
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