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ecotopia dance productions: Repertoire Gauthier Dance - Six Pack BIOGRAPHIEN
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GAUTHIER DANCE - DANCE COMPANY//THEATERHAUS STUTTGART

SIX PACK

CHOREOGRAPHIENERIC GAUTHIER, ITZIK GALILI, PAUL LIGHTFOOT / SOL LEON, CHARLES MOULTON
PREMIERE10. JANUAR 2008 THEATERHAUS STUTTGART

Monologe
Konzept und Regie // Concept and Direction: Eric Gauthier
Choreographische Mitarbeit // Choreographic Collaboration: Anja Behrend,
Armando Braswell,
Alexis Dupuis-Le Blanc, Emilia Giudicelli, Marianne Illig, William Moragas
Dramaturgie // Dramaturgy: Vivien Arnold
Licht // Lighting: Till Grab, Renato Arismendi
Uraufführung 10.1.2008 Theaterhaus Stuttgart.

LANGSTRECKEN // LONG DISTANCE
SCHUTZENGEL // GUARDIAN ANGELS
DAZU PASSEN // FITTING IN
ICH BIN NICHT KLASSISCH // I’M NOT CLASSICAL
SUCHEN // SEARCHING
LIEBE AUF DEN ERSTEN BLICK // LOVE AT FIRST SIGHT




2nd MONKEY
Choreographie // Choreography
Choreographische Assistenz // Choreographic Assistance: Jussi Nousiainen
Musik // Music: Rene Spierings
Kostüme // Costumes: Itzik Galili
Licht // Lighting: Itzik Galili

Eine provokative und schonungslose Studie des israelischen Choreographen Itzik Galili über die Ansprüche eines Tänzers an sich selbst sowie über die komplexe Dynamik zwischen einem Tänzer und seinem Direktor.

WUNSCH UND WIRKLICHKEIT
Fragt man Tänzerinnen und Tänzer nach ihrer Geschichte, so sind die Gründe, wie sie zum Tanz gekommen sind, unterschiedlich. Fragt man sie warum sie weiter machen, erhält man fast immer die gleiche Antwort: der Wunsch zu tanzen. In den Wegen zu ihrem Traumberuf spiegeln sich oft Herkunft und Nationalität. So findet die Ausbildung in den ehemaligen kommunistischen Ländern immer noch an vom Staat subventionierten Schulen statt, in Westeuropa meist an zum Teil subventionierten, staatlich anerkannten Schulen. In Ländern wie den USA oder Australien findet sie an Privatschulen statt, deren „Educational Outreach Programs“ und „Scholarships“ oft die tänzerische Ausbildung von Kindern ermöglicht, die gesellschaftlichen Minderheiten angehören oder aus armen Familien stammen. An allen Schulen jedoch, ganz gleich wo, setzen sich Talent und Fleiß sowie Zielstrebigkeit und ein schnelles Auffassungsvermögen durch. Die treibende Kraft ist die Liebe zum Tanz. In manchen Fällen überwindet sie sogar Hindernisse wie gesellschaft- liche Vorurteile, familiäre Widerstände oder Geldmangel.
Jahrelange intensive Vorbereitung gipfelt schließlich im Vortanzen. Es ist
ein intensiver Moment, eine Gemisch aus Konzentration und Anspannung, aus Streben, Hoffen und Bangen. Es ist der Moment der Wahrheit, in dem das jahrelange Training oder die Bühnenerfahrung dem äußerst subjektiven Blick eines Direktors unterworfen wird. Alles steht auf dem Prüfstand: in erster Linie der Körper, die technischen Fähigkeiten, die Musikalität, die Schnelligkeit beim Aufgreifen der Schritte oder des choreographischen Materials, die Fähigkeit verschiedene Tanzstile zu beherrschen und damit Vielseitigkeit zu beweisen und nicht zuletzt das Benehmen, wie zum Beispiel der Umgang mit dem Trainingsleiter und den anderen Tänzern. Das Ganze spielt sich in absoluter Stille ab; der Tänzer bleibt – wie meist auf der Bühne auch – stumm. Fast nie werden Tänzer nach ihren persönlichen Geschichten oder bisherigen Erfahrungen gefragt. Und wenn doch? Jede Geschichte ist einzigartig - und dennoch kristallisieren sich Archetypen, bestimmte Muster
bis hin zu Klischees heraus. Eric Gauthiers Stück Monologe erzählt sechs individuelle Tänzergeschichten die stellvertretend für unzählige
Tänzergeschichten stehen. Was alle Geschichten verbindet, ist die Liebe zum Tanz, der Wunsch zu tanzen.
Die Wirklichkeit des tänzerischen Alltags, das Ausleben des Traums besteht jedoch nicht nur aus Erfüllung und Glück. Itzik Galilis 2nd Monkey
beschäftigt sich mit dem inneren Monolog des Tänzers, eigentlich einem
Dialog des Tänzers mit sich selbst. Die ständige, unerbittliche
Auseinandersetzung des Tänzers mit seinem Körper und seinen darstellerischen Fähigkeiten, vor allem aber mit deren Unzulänglichkeiten führt oft zu Selbstzweifeln und mangelndem Selbstbewusstsein. Kein anderer Beruf verlangt eine derartige Selbstreflexion, tagtäglich praktiziert durch den prüfenden Blick in den Spiegel. Eitelkeit und Unsicherheit bilden eine unbehagliche Union; das Streben nach Perfektion bzw. das verzweifelnde Gefühl, diese möglicherweise nie erreichen zu können, bestimmen den Alltag.
2nd Monkey kann aber auch als Dialog zwischen Tänzer und Choreographen verstanden werden. Die primäre Aufgabe eines Tänzers besteht darin, jeden künstlerischen Wunsch des Choreographen zu erfüllen; darüber hinaus möchte er gefallen und inspirieren. Der Choreograph nimmt es bisweilen in Kauf den Tänzer zu manipulieren, um eine bestimmte Bewegungsqualität zu erzeugen oder in der Hoffnung, dass nach pavlovschem Prinzip der Tänzer sich nicht nur an die Schritte, sondern auch an seinen emotionalen Zustand bei der Entstehung der Schritte erinnert und diese während der Vorstellung reproduziert. 2nd Monkey erkundet die Grenze des Erträglichen für einen Tänzer, der in der Ausbildung meist auf Gehorsam und Disziplin getrimmt wird und sich dennoch mit seinen eigenen Ansprüchen und die des Choreographen auseinander setzen muss. Monologe und 2nd Monkey bieten somit Einblicke in den Tänzeralltag und verdeutlichen die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit.


The Blind Leading the Blind
Choreographie // Choreography: Eric Gauthier
Text // Text: Peter Grohmann
Musik // Music: Bobby McFerrin/Yo-Yo Ma, Einstürzende Neubauten,
Kings of Leon, René Aubry, The Band
Kostüme // Costumes: Eric Gauthier, Julia Moritz
Licht // Lighting: Till Grab, Renato Arismendi
Uraufführung: 10.1.2008 Theaterhaus Stuttgart

FREIHEIT // FREEDOM
ROCK
SCHNEEFALL // SNOWFALL
FISCHE // FISH
DER ERSTE WALZER // THE FIRST WALTZ



Ball Passing

Choreographie // Choreography: Charles Moulton
Musik // Music: Les Stuck
Kostüme // Costumes: Charles Moulton, Julia Moritz
Licht // Lighting: Till Grab, Renato Arismendi

Charles Moultons Precision Ball Passing wurde 1979 in New York mit drei Tänzern uraufgeführt. Seitdem variierte Moulton das erfolgreiche Stück mehrfach, u. a. für bis zu 120 „Spieler“, öfters auch mit Laien. Eine dieser Versionen tanzte Eric Gauthier als Schüler an der National Ballet School in Toronto. Als Gauthier das Konzept für sein „Gauthier Dance Mobil “ entwickelte, bat er Moulton um eine Neufassung. Gauthier Dance Mobil bringt den zeitgenössischen Tanz den Menschen, die sonst keine Möglichkeit haben, sich an dieser Kunstform zu erfreuen. Getreu dem Motto „Wenn sie nicht zu uns kommen können, gehen wir zu ihnen“ und mit einem maßgeschneiderten Repertoire an Stücken tritt Gauthier Dance Mobil u. a. in Jugendhäusern, Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, Senioren-begegnungsstätten, in Schulen für Erziehungshilfe und in Rehabilitationszentren für psychisch kranke Menschen auf. Die Stuttgarter Fassung von Ball Passing wurde den sechs Tänzern von Gauthier Dance auf den Leib geschrieben und ist jetzt das Herzstück des Gauthier Dance Mobil Repertoires.

Air Guitar
Choreographie // Choreography: Eric Gauthier
Musik // Music: Jens-Peter Abele
Kostüme und Licht // Costumes and Lighting: Eric Gauthier

Air Guitar wurde uraufgeführt bei „Junge Choreographen“ der
Noverre-Gesellschaft Stuttgart

Air Guitar ist Eric Gauthiers Huldigung an das von ihm so geliebte
Instrument. 1996 kam Gauthier mit 18 Jahren von Montreal nach Stuttgart zum Stuttgarter Ballett. Er sprach kein deutsch und kannte niemanden. Nach seinen Proben beim Stuttgarter Ballett verbrachte er die Zeit mit seiner Gitarre, übte und schrieb Songs. Parallel zu seiner Tänzerkarriere gründete er 2001 eine Band für die er bis heute Musik und Texte schreibt, singt und Gitarre spielt. Die Band hat inzwischen zwei CDs veröffentlicht und ist fester Bestandteil der Rock- und Popszene in Stuttgart und der Region. Über die Uraufführung von Air Guitar 2007 bei „Junge Choreographen“ der Noverre-Gesellschaft schrieb Tanznetz: „Eric Gauthier dürfte als Erfinder des Ballettkabaretts in die Geschichte eingehen ... Gauthiers Ballettsatiren sind eine herrliche Bereicherung für dieses oft viel zu ernste Genre.“


Susto
Choreographie // Choreography: Paul Lightfoot/Sol León
Musik // Music: Ludwig van Beethoven 5. Sinfonie in c-Moll, Opus 67, Erster Satz / Symphony Nr. 5 in c-minor, Opus 67, First Movement
Bühnenbild und Kostüme // Set and Costumes: Paul Lightfoot/Sol León
Licht // Lighting: Tom Bevoort
Uraufführung // World Premiere: Nederlands Dans Theater III, 1994
Neufassung // Revised Version : Introdans, 2006



Paul Lightfoots und Sol Leóns Susto (zu Deutsch „Schreck“) wurde 1994 für das Nederlands Dans Theater III kreiert; 2006 entstand eine Neufassung für die Truppe Introdans in Arnhem.
Choreographisch und ästhetisch aus der holländischen Schule kommend – mit einer Prise englischen Humors (Lightfoot) und einem Schuss spanischen Temperaments (León) – spielt Susto mit dem Thema Zeit: Wie sie läuft und uns davon rinnt, wie sie nicht aufzuhalten ist, wie kostbar und wertvoll sie ist. Das Stück ist aber auch ein augenzwinkernder Kommentar über die Kürze einer Tänzerkarriere; ironisch gemünzt auf die ursprüngliche Besetzung des Stücks mit Tänzern über 40, zutreffend für die jungen Tänzer von Introdans oder Gauthier Dance, die sich - wie alle Tänzer - einen Wettlauf mit der
Zeit liefern, um so viel wie möglich, so schnell wie möglich zu tanzen.
Verstärkt wird dieser Eindruck der ablaufenden Zeit, eines alle
unausweichlich treffenden Schicksals, durch Beethovens frenetisch
aufbrausende Musik. Die von Lightfoot/León geschaffenen sinnlichen und
allegorischen Bilder rufen den Zuschauer dazu auf, in der Hektik des Alltags für einen Moment inne zu halten.

Six Pack ist eine Produktion von
Theaterhaus Stuttgart
in Koproduktion mit dem Grand Théâtre de Luxembourg

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