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ecotopia dance productions: Pressestimmen Ismael Ivo - TristanIsolde
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ISMAEL IVO

TRISTANISOLDE

DIE WELT GESCHAUT UND ALLES GESEHEN
Die beiden großartigen, aus Brasilien stammenden Tanzdarsteller
erzählen die ewigliche Geschichte frei vom Ballast bisheriger
Interpretationen, sind Tristan und Isolde in unvergleichlicher Weise.
Körper und Musik befinden sich in spannungsreicher Zwiesprache.
Dresdner Neueste Nachrichten 6.6.2003

JENSEITS DES BEGEHRENS TANZT DER TOD
55 Minuten lang sezieren die beiden Ikonen des deutschen Tanzes das
Ende einer Beziehung. Vier Bearbeitungen von ‚Isoldes Liebestod'
untermalen die Szenen einer Ehe. Die Bühne ist ein leerer Ort. Darauf
ein Bett, das gleichzeitig Tisch und Altar ist. Darauf ringen Tristan
und Isolde um ein wenig Nähe. Doch was sie am Ende finden ist der
Tod. Einen Glorienschein tragen Tristan und Isolde nicht Helden-Mord
ist ihr Metier, sondern nur die kleinen Grausamkeiten. Doch auf
Alltagsgröße geschrumpft, verleiht das Stille Leiden ihnen doch
tragische Größe.
Schwäbische Zeitung 10.6.2003

DIE KERNSCHMELZE DES TRISTAN
Zwei Tanzkünstler aus Brasilien, die seit langem in Deutschland leben - Primaballerina assoluta Marcia Haydée und Ausdruckstänzer Ismael Ivo - haben den großen Tristan-Stoff in ein kleines Kammerspiel überführt und jenen Bedrohungen nachgespürt, denen sich gewaltige Gefühle im geminderten Leben ausgesetzt sehen.
Die Starballerina von einst agiert mit ganz zurückgenommenen Bewegungen; ihr klassisches Erbe scheint vergessen, ihr reichen kleine Gesten, Blicke, eine Drehung des Kopfes. Ivo dagegen, für seine vulkanischen Bewegungsausbrüche bekannt, ist gefasst, scheu, fast jungenhaft.
Frankfurter Allgemeine Zeitung Mai 2000

GLUTVOLL SIND IHRE GEFüHLE
Das Tanzwunder Haydée bescherte dem staunend jubelnden Publikum im Haus der Kulturen der Welt einen Abend, der unvergessen bleibt. Mit Ismael Ivo ließ sie Tristan und Isolde kämpfen, lieben, verzweifeln.
Sie füllen die blau ausgeleuchtete kahle Bühne randvoll mit glutvollen Gefühlen. - Das Drama einer Beziehung, erlebbar in der aufwühlenden Sprache der Körper. Als würden diese beiden Weltklassetänzer sich gegenseitig noch anfeuern.
Berliner Kurier Mai 2000

PROGRESSIVE PARTNERSCHAFT
Tristan und Isolde oder Der Liebe Tod: Was "Tristan Isolde" im Suttgarter Theaterhaus zum umjubelten Ereignis macht, ist weniger das Virtuose, auf das beide Tänzer-Choreographen nicht verzichten mögen. Es sind die kleinen Liebesbeweise, die so große Wirkung haben. Es sind Augenblicke, die Marcia Haydée und Ismael Ivo manchmal jung, meistens alt aussehen lassen, die schlimmen Strindberg-Szenen, in denen sich die Interpreten selbst vergessen - und mehr sie selbst sind, als sie selber ahnen. Die Momente, in denen der Tanz scheinbar erstarrt - und dafür das Publikum bewegt.
Hartmut Regitz ballettanz Dezember 1999

LIEBE KELTERT DEN TOD
Das sagenumwobene Keltenpaar Tristan und Isolde auf dem Tanzboden der Tatsachen. Vor Wagners "Liebestod" - Verklärung entbrennen zwei Menschen füreinander, um sich wieder voneinander zu entfernen und zu trennen. In der Schlüsselszene wird Tristan das nahende Ende des Liebesglücks angekreidet, indem ihm Isolde die finalen Worte "Der Tod" auf den nackten Oberkörper schreibt.
Ismael Ivo nötigt Marcia Haydée unter expressivem, exzessivem Körpereinsatz, die Handlung und Haltung ab, die Tristan und Isolde als durchaus heutiges Päarchen erscheinen lassen.
Wilhelm Triebold Südwest Presse 4.10.99

TOD DER LIEBE AUF DUNKLER HAUT
Der Partnerclinch beginnt schon akustisch über den Köpfen der Zuschauer. Nach schrillem Gezänk hangeln sich die beiden temperamentvollen Brasilianer auf die Bühne des Theaterhauses. Erst die Frau, die den Kelch mit dem Liebestrank samt altarförmiger Bank - neben der Musik ist dies die einzige Referenz zu Wagners Liebestragödie - zur Seite schiebt, dann der Mann. Offenbar ein Fremder. Ein Fremdgewordener.

Es ist schon beeindruckend, mit welchem Mut Marcia Haydée ihre Rolle als alternde Frau verkörpert, mit welch verzweifelter Leidenschaft sie sich nun in die Umarmungen Ivos stürzt.

Die Schlußrunde des Liebeskampfes bringt das Ende. Auf Ivos dunkle Haut tätowiert der erloschene Körper mit Kreide die Botschaft: "Der Tod". Nicht "Ertrinken, versinken - unbewußt - höchste Lust!" wie Margaret Price aus den Lautsprechern tönt, sondern der immanente Tod einer gegenwärtigen Beziehung. Ivo und Haydée haben durch den vollen Einsatz ihrer Persönlichkeiten ein spannendes Tanztheaterstück abgeliefert.
Dietholf Zerweck Ludwigsburger Kreiszeitung 4.10.99

DER MEISTER DER EXTREME MACHT KOSTBAREN TRUNK ZUM GESöFF
Haydées brasilianischem Landsmann gelingt, was einige vergeblich versuchten: In "Tristan und Isolde" eröffnet er der gereiften Ballerina eine Ausdruckswelt, die dem, was sie war, und dem, was sie ist, Respekt zollt - und doch nicht in Ehrfurcht erstarrt.
So kommt es, dass die Haydée sich und ihrem Partner komplizierte Hebungen zumutet, dass sie sich von Ivo an den Schultern packen und durch den Raum wirbeln läßt. Schließlich handelt das Stück von den Wonnen, welche die Liebe bereitet, und von den Wunden, die sie zufügt.
Andrea Kachelrieß Stuttgarter Nachrichten 4.10.99

DAS STERBEN DER LIEBE
Es gibt Augenblicke in diesem Tanzstück, in denen die Welt ihren Lauf anzuhalten scheint: Tristan und Isolde sitzen so weit wie möglich von einander entfernt auf dem Altar, auf dem sie ihre Liebe geopfert haben. In ihre erstarrten Gesichter hat sich Wut und Enttäuschung, Trauer und Verzweiflung eingegraben. Minutenlang verharren sie bewegungslos. Die Musik ist verklungen und das Publikum wagt kaum zu atmen.

Sie haben es gepackt: Haydée und Ivo bedienen sich nicht der verbliebenen Reste ihrer tänzerischen Blütezeit, sie legen vielmehr bisher kaum genutzte Schichten ihrer darstellerischen Potenz frei, bedienen sich eigener Erfahrungen und sie bleiben vor allem sie selbst: Ismael und Marcia, zwei impulsive, starke Persönlichkeiten brasilianischer Herkunft, und nicht Tristan und Isolde, lassen uns tief in ihre Herzen blicken.

Es sind die kleinen Gesten, die kaum merklichen Handbewegungen der Zärtlichkeit und der Unfähigkeit, den eigenen Gefühlen zu trauen und ihnen nachzugeben. Es sind die Blicke, die erkaltenden Gesichter, die abgrundtiefe Einsamkeit, die wir in ihnen erkennen. Haydée und Ivo haben sich zu neuen Höhen angestachelt, das ist wohl das Ereignis der Saison.
Bernd Krause Stuttgarter Zeitung 4.10.99

DIE SEHNSUCHT DER GESCHLECHTER
Standing Ovations für Marcia Haydée und Ismael Ivo in "Tristan und Isolde" -
Sternstunde des Festivals "Bonn tanzt!" im Opernhaus

Bonn. Es beginnt im Zuschauerraum mit einen lautstarken Streit und endet auf
der Bühne mit einem leisen, fast beiläufigen Abschied. Sie keifen sich an,
wie es nur lang vertraute Paare können, belauern sich wie Raubtiere und
spielen dann im Kunstraum der Oper noch einmal die Stationen des alten und
ewig wiederholten Liebeskampfes durch.

Marcia Haydée und Ismael Ivo, beide in Brasilien geboren und beide aus der
Welttanzgeschichte nicht mehr wegzudenken, haben Wagners Oper "Tristan und
Isolde" zum Anlass genommen für eine manchmal komische und manchmal tödlich
ernste choreographische Auseinandersetzung mit der unstillbaren Sehnsucht
der Geschlechter.

Regie bei der 1999 am Theaterhaus Stuttgart uraufgeführten Inszenierung
führte ihr junger Landsmann Marcio Aurelio, der den beiden absoluten Stars
alle Entfaltungsmöglichkeiten gibt für das Spiel mit ihren individuellen
Persönlichkeiten und den Figuren, die sie daraus entwickeln.

Wagners ekstatische Liebestod-Musik begleitet in vier Variationen den Weg
von der vorsichtigen Annäherung über die rauschhafte Vereinigung bis zur
verzweifelten Ernüchterung. Dazwischen gibt es tonlose Passagen, die nur vom
Tanz selbst getragen werden und dabei mit höchster Präzision Beziehungen
zwischen Körpern entwickeln. Und zwei erfahrenen Persönlichkeiten, die der
Übermacht der Gefühle eine gelassene Selbstironie entgegensetzen können.

Die Bühne (Ausstattung: Marcel Kaskeline) ist leer bis auf einen beweglichen
Quader, der Tisch, Bank, Bett und Kampfplatz wird. Die Frau - die weit über
60-jährige Haydée mit langen schwarzen Haaren und einer schier unfasslichen
Beweglichkeit - kokettiert, lockt, wendet sich stolz ab und sucht dann doch
wieder männlichen Halt.

Der Mann - der große kraftvolle Ivo mit ausladenden Gebärden - erwidert ihr
Spiel mal linkisch und mal mit unmittelbarer Sinnlichkeit, spielt den
zärtlichen Beschützer und den gewaltsamen Beherrscher.

Sie klammert sich an ihn, er trägt sie in seinen starken Armen wie ein
hilfloses Kind und wirbelt sie herum wie eine willenlose Puppe. Sie trägt
den Kelch mit dem Liebestrank mit sakraler Feierlichkeit; er gurgelt mit dem
gefährlichen Trank - und spuckt ihn aus.

Sie verstehen sich nicht und brauchen doch immer die Spiegelung des anderen.
Sie verfallen einander mit der ganzen Naivität jedes neuen Anfangs und
denken die Gewissheit des Endes in allen emotionalen Stürmen schon mit. Im
kurzen glutrot ausgeleuchten Glücksmoment der Vereinigung lauert schon die
unausweichliche Verzweiflung.

Sie malt ihm danach den Tod buchstäblich auf den schwarzen nackten
Oberkörper. Und wenn Isolde (mit der Stimme von Margaret Price) zu ihrem
finalen "Mild und leise" ansetzt, tobt schon wieder der lautstarke Streit.
Bis der Mann einfach mit einer sanften Geste, die alle Zweifel am Sinn der
Liebe konzentriert, im Hintergrund verschwindet und die Frau in ihrer
Einsamkeit auf dem Bett zurücklässt.

Eine gut einstündige Studie über die Gewalt der Zärtlichkeit und die
Zärtlichkeit der Gewalt. Und das unabschließbare Ritual von Eros und
Thanatos in einer puristischen Ästhetik von überwältigender tänzerischer
Intensität, die das Publikum im Bonner Opernhaus nach einem Augenblick des
Atemholens von den Sitzen riss: kaum enden wollende Standing Ovations für
eine Sternstunde des Festivals "Bonn tanzt!".
Elisabeth Einecke-Klövekorn, Generalanzeiger Bonn (03.05.2004)

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