ISMAEL IVO
DIE ZOFEN
| TANZ | ISMAEL IVO, KOFFO KôKô, ZIYA AZAZI |
| KOMPOSITION UND LIVE MUSIK | JOãO DE BRUçO |
| REGIE | YOSHI OIDA |
| BüHNE UND KOSTüME | KAZUKO WATANABE |
| CHOREOGRAPHIE | ISMAEL IVO UND KOFFI KôKô |
| LICHTDESIGN | LUTZ DEPPE |
| URAUFFüHRUNG | 24.3.2001 THEATERHAUS STUTTGART |
| DAUER DER VORSTELLUNG | 75 MIN |
| ON STAGE | 3 TäNZER UND EIN MUSIKER |
Die Welt der Zofen ist ein Gefängnis. Alles um sie herum ist davon geprägt: ihr Dachkämmerchen, ihre Hausmädchen-rolle, ihre inzestuöse Beziehung. Die einzig erlaubten ”Ausflüge”; sind ihre heimlichen Possenspiele, dieses tägliche Verkleiden zwischen seidenen Mauern und den Luxusgegenständen ihrer groß-artigen, temperamentvollen und allgegen-wärtigen Wächterin, der Madame.
Die Zofen wollen ihrem für sie unerträg-lichen Dasein entfliehen. Was anfangs noch Traum und Spiel war, wird bald zur grausamen Wirklichkeit. Die Dienstmäd-chen planen den Mord an ihrer Herrschaft in einer Art Fieber, das, aus Liebe und Hass entfacht, zur Lust wird. Einer Lust am Verbrechen.
Die sexuelle Poetik Jean Genets und die jeweils eigenen performativen Traditionen Ismael Ivos (Brasilien), Koffi Kôkôs (Benin), Ziya Azazis (Türkei) und Yoshi Oïdas (Japan) stehen im Mittelpunkt die-ser neuen Tanztheaterproduktion. Genet selbst steht für literarische Provokation. Er bricht nicht nur die Tabus europäischer Moral, sondern beschreibt auch den Ort des radikal Anderen, des sozial Ausge-stoßenen. Die Entscheidung des japani-schen Regisseurs Yoshi Oïda, mit drei Tänzern afrikanischer und orientalischer Herkunft zu arbeiten, ist also ganz im Sinne Genets, dessen Bestreben es war, das Theater in Richtung orientalisch-ritueller Theaterformen weiter zu entwickeln. Der orientalischen Tradition entsprechend werden die Frauenrollen von Männern gespielt. João de Bruço, der brasilianische Musiker und Komponist,trägt mit seiner rituellen Rhythmik, in die gesprochene Textzitate einfließen, atmosphärisch den Abend.
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