zur Startseite (ecotopia dance productions: Repertoire Gauthier Dance - Grandes Dames)
ecotopia dance productions: Repertoire Gauthier Dance - Grandes Dames
BIOGRAPHIEN
REPERTOIRE
PRESSESTIMMEN
PRESSEBILDER
VIDEO
KALENDER

GAUTHIER DANCE

GRANDES DAMES

MIT URAUFFüHRUNGEN VON VIRGINIE BRUNELLE, ERIC GAUTHIER, MARCO GOECKE, HELENA WALDMANN
PREMIERE12.7.2018 THEATERHAUS STUTTGART

Eine Produktion von Theaterhaus Stuttgart
Virginie Brunelle, Beating ist eine Produktion von Danse Danse. Gefördert von der Initiative New Chapter des Canada Council for the Arts


Nach wie vor gilt: Wer als Choreographin in der Welt des Tanzes ganz nach oben kommen will, muss doppelt so gut sein und doppelt so leidensfähig wie die männlichen Kollegen. Mindestens. Höchste Zeit also für ein Programm, das die „Women of Dance“ würdigt. Die vier Uraufführungen der Abschlusspremiere der Spielzeit 2017/18 tun dies auf ganz unterschiedliche Art. Zwei Stücke stammen von Choreographinnen, zwei Stücke erweisen zwei weiblichen Ikonen des Tanzes ihre Reverenz. „Grandes Dames“ sind folgerichtig nicht nur die großen Vorbilder aus Wuppertal und Louise Lecavalier. Eine „Grande Dame“ ist die profilierte deutsche Tanzregisseurin Helena Waldmann ebenso wie die Frankokanadierin Virginie Brunelle, Choreographin und Leiterin ihrer eigenen Compagnie Virginie Brunelle. Denn mit jedem ihrer Stücke gestalten und verändern sie die Tanzwelt von heute, fortlaufend und unwiderruflich...


BEATING
Heimvorteil: Virginie Brunelle stammt aus Québec, dem französischsprachigen Teil Kanadas, der so erfolgreiche Choreographinnen wie Marie Chouinard und Louise Lecavalier hervorgebracht hat. Das tanzaffine Umfeld hat Virginie Brunelle offensichtlich bestärkt, früh auf eigenen Beinen zu stehen. Mit nur 26 Jahren gründete sie 2009 ihre eigene Company und zählt seither zu den Hoffnungsträgerinnen des kanadischen Tanzes. Unverwechselbar machen ihren Stil vor allem drei Elemente: die geradezu akrobatische Körperbeherrschung ihrer Tänzerinnen und Tänzer, die starke, ans Kino erinnernde Ästhetik und die innovative Verschmelzung von klassischem und zeitgenössischem Bewegungsvokabular. Virginie Brunelle freut sich sehr über die Einladung ihres Landsmanns Eric Gauthier. Denn obwohl die Compagnie Virginie Brunelle schon häufig in Europa tourte, kann die Choreographin nun zum ersten Mal für ein europäisches Ensemble kreieren. Mit ihrem poetischen neuen Stück Beating (Arbeitstitel) begibt sie sich auf die Suche nach der Wahrheit der Gefühle und stellt ihre Protagonisten auf eine essentielle Probe. Vier Tänzerinnen und vier Tänzer durchleben Liebe und Leid, Anziehung und Konflikte. Denn nur, wer die Banalitäten des Alltags hinter sich lässt, kann endlich auf sein eigenes Herz hören.

WE LOVE HORSES
Die Kooperation mit Helena Waldmann führt Gauthier Dance auf bislang unbekanntes Terrain. Denn der Tanz-Regisseurin geht es nicht nur um das Tanzen. Sie bringt Bewegung immer in Zusammenhang mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen. Die Beschäftigung mit Disziplinierung und Unterwerfung zieht sich dabei wie ein roter Faden durch ihre Arbeit, auch in ihren beiden viel beachteten letzten Stücken. Made in Bangladesh handelte von der Ausbeutung in der Textilindustrie – und in der vermeintlich so freien Welt des Tanzes. In Gute Pässe Schlechte Pässe, koproduziert von COLOURS 2017, übersetzt sie den Reichtum, den ein Land repräsentiert, auf zwei Ensembles: eine zeitgenössische Tanzkompanie und eine Artistengruppe des Nouveau Cirque. Die beiden Wertegemeinschaften trennt eine menschliche Mauer. Nun geht Waldmann den nächsten logischen Schritt: We Love Horses handelt von der Dressur. Die Domestizierung von Pferden und die Domestizierung des Menschen verbindet dabei mehr, als man gemeinhin denkt – und führt Helena Waldmann zu der Frage: Ist Tanzen eine Frage der Befreiung oder die endgültige Bestätigung dieser (Selbst-)Disziplinierung? Denn nicht nur das Ballett setzt auf die Beherrschung des Körpers und die Umformung der natürlichen in die artifizielle Bewegung. Schließlich zügeln wir uns auch ständig selbst, nehmen uns an die Kandare, und kommen in die Hufe. Kurzum: Wir lieben Pferde.

INFANT SPIRIT

ELECTRIC LIFE
Heroine – Heldin heißt die vierte Arbeit für das Grandes Dames-Quartett. Company-Chef Eric Gauthier widmet sie einer Tänzerin und Choreographin, die er schon bewunderte, als er noch in Toronto auf die Ballettschule ging: Louise Lecavalier. Die langjährige „Frontfrau“ von La La La Human Steps und Chefin ihrer eigenen Kompanie Fou glorieux war im Sommer 2017 beim zweiten COLOURS-Festival mit und in ihrem Stück Battleground zu erleben – eine Performance von einer derartigen Power und Besessenheit, dass der reine Anblick die Zuschauer völlig erschöpft entließ. Für Gauthier verkörpert Louise Lecavalier die pure Energie des Tanzens. Und so steht als Motto über seinem Stück das in zahllosen Sprachen wiederholte „Je suis la danse“ – „Ich bin der Tanz“. Musikalisch und biographisch führt Heroine – Heldin in die Ära 80-er Jahre. Neben Originalmusik von Gauthiers „Hauskomponisten“ Stephan M. Boehme gibt es einen Song, der eine besondere Rolle für Gauthiers Stück spielt: David Bowies Heroes, das auch in einer deutschen Version existiert – Helden. Der Refrain drückt aus, was der Tanz mit all denen macht, die sich dieser so flüchtigen, so unerbittlichen Kunstform verschrieben haben: „Dann sind wir Helden. Nur diesen Tag.“

nach oben