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goto homepage (ecotopia dance productions: press clippings Nederlands Dans Theater 2 - Tour 2010)

NEDERLANDS DANS THEATER 2

PRESS CLIPPINGS

MIT EINER PRISE HUMOR
Das Nederlands Dans Theater II ist mit eindringlichen Parabeln im Ludwigsburger Forum aufgetreten

Das Nederlands Dans Theater II hat am Wochenende im Ludwigsburger Forum Weltklasseballett gezeigt, obwohl die Tänzer der Junior-Kompanie alle gerade einmal zwischen 17 und 22 Jahren jung sind. Was auf der Bühne geschieht, ist ebenso sinnfällig wie sinnlich. Die Körper sind beseelte Instrumente, die lautlos Musik machen. Mit komplexen Bewegungsabfolgen visualisieren die Tänzer rasante Tempowechsel. Virtuos ausgeführte Isolationen werden abrupt unterbrochen von lang gezogenen Developpés, der Bewegungsfluss pendelt im Sekundentakt zwischen Prestissimo und Adagio. Mit unglaublicher Geschmeidigkeit amalgamieren die Tänzer das Ganze zu einer ästhetischen Einheit.

Alle Choreografien verbinden formale Schönheit mit inhaltlicher Dichte und einer Prise Humor. Es sind getanzte Sinnbilder, die emotionale Inhalte erfassen und transportieren, ohne diese konkret zu benennen. „Passe-Parout“, im November 2009 uraufgeführt, hat das Choreografen-Duo Paul Lightfoot und Sol León geschaffen. Eine Parabel: Wie gegen einen Widerstand nach vorne gebeugt gleitet eine Frau im schwarzen Gewand in stetigem Tempo über die Bühne. Sie erinnert an Schicksalsgöttinnen der antiken Mythologie, und ihr Bewegungstempo platziert sie deutlich in einer anderen Seinsebene als die anderen vier Tänzer. Portalen gleich sind schwarze Passe-Partouts als Kulissen hintereinander gestaffelt. Sie erlauben den Akteuren, unmerklich zu erscheinen oder zu verschwinden. Die Passe-Partouts verschieben sich, wie auch Menschenleben sich im Strom der Zeit immer wieder aufs neue berühren und trennen.

Jiri Kyliáns „ Gods and Dogs“, uraufgeführt im November 2008, nimmt die Grenze zwischen Normalität und Verrücktheit ins Visier. Am Anfang tanzen im Gegenlicht die Schatten mit und wecken Assoziationen an Platons Höhlengleichnis. Brüche in der Musik haben eine totale Veränderung der Bewegungen der acht Tanzenden zur Folge. Deutlicher als hier lässt es sich kaum zeigen, wie unvermittelt Ungefälliges, Widerborstiges und Verrücktes in den Daseinsfluss hereinbrechen kann.

In „Minus 16“ von Ohad Naharin, 1999 uraufgeführt, ist das ganze Ensemble in Aktion. Tamz wird hier als vielfältiges Mittel der Kommunikation thematisiert. Die Ensemblemitglieder erzählen über sich und sprechen tänzerisch dazu. Schließlich holen sie sich Patner aus dem Publikum auf die Bühne und binden sie in die Choreografie mit ein. Am Schluss machen sie wieder alleine Pliés. Und werfen dann dem hingerissenen Publikum im Ludwigsburger Forum die roten Rosen zu, die sie zuvor bekommen haben.
Gabriele Müller, Stuttgarter Zeitung 10. Mai 2010

MAMBO, WITZ UND CHA-CHA-CHA
Feuerwerk aus Akrobatik und modernem Tanz: Das Nederlands Dans Theater II in der Oper

Dean Martins Aufforderung „When marimba rhythmus start to play dance with me...“ konnte das Publikum im ausverkauften Bonner Opernhaus nicht wiederstehen. Die fünfzehn jungen Tänzerinnen und Tänzer von Nederlands Dance Theater II holten sich Tanzpartner aus dem Zuschauerraum auf die Bühne – eine vergnügliche Nummer aus Ohad Naharins „Minus 16“. Zur Collage aus populärer Tanzmusik von Mambo bis Cha-Cha-Cha sprühend vor Witz und Lebensfreude, in den sich dennoch ein Hauch von Melancholie mischt. Die „Illusion von Schönheit“ wird spielerisch untersucht. Jeder der einheitlich in schwarzen Anzügen marschierenden internationalen Truppe schert mal aus der Reihe aus, gibt in Worten und Bewegungen ganz individuell etwas von sich preis und wird wieder Teil des präzis funktionierenden Corps.

Vor ihrem finalen Feuerwerk aus Akrobatik und orgineller Vermischung von modernem Gesellschaftstanz mit klassischer Ballettbrillanz stellen sie Fragen nach Differenz zwischen „Madness and Sanity“ in Jiri Kyliáns sensiblem Stück „Gods and Dogs“. Ein knapp halbstündiger Essay über die dünne Grenze zwischen Normalität und Verrücktheit. Über das schlichte sprachliche Anagramm hinaus dekliniert dieses Meisterwerk die Schatten der menschlichen Existenz musikalisch atemberaubend genau zu den ersten beiden Sätzen von Beethovens Streichquartett Opus 18/1. Zwischen appolinischer Klarheit und dionysischem Sinnentaumel, Leiden und Leidenschaft, lag das Zentrum des dreiteiligen Abends, der mit „Passe-Partout“ von den NDT-Haus-Choreografen Paul Lightfoot und Sol Léon begann. Eine irritierende Passion zwischen düsteren Palastportalen, die sich geheimnisvoll verschieben und wie Passeparouts von alten Fotos Bilder rahmen, in denen ständig etwas aus dem Rahmen läuft.

Das Bonner Publikum bejubelte zu Recht den hochkarätigen NDT- Nachwuchs.
Elisabeth Einecke-Klövekorn, GENERAL-ANZEIGER, Bonn, 6. Mai 2010

HINREIßENDER TANZ IN DER BONNER OPER
Die Ballett- und Tanzfans aus Bonn und der Region kamen beim Gastspiel des Nederlands Dans Theater II voll auf ihre Kosten. Auch der Nachwuchs der international gerühmten Tanzcompagnie aus den Niederlanden überzeugte durch proffesionelles Können.
Bonner Rundschau, 6. Mai 2010

JüDISCHE FOLKLORE ALS KRAFTQUELLE EINGEBRACHT
Zu sagen, es wäre die Kinderstube des wunderbaren Nederlands Dans Theater (kurz „Nederdans), würde den fabelhaften jungen Leuten vom Ensemble beim Tanzgastspiel im Bonner Opernhaus mächtig Unrecht tun. Sicher, die „Großen“ rekurtieren ihre Mitglieder auch aus dem zweiten, aber schon durch die Tatsache, dass auch dieses mit den besten Choreografen der Welt arbeitet, behauptet es unwidersprochen seine Erstklassigkeit.
Auch die Ballettwelt ist klein. Und die großen Talente sind dünn gesät. Denn als vor Monatsfrist Les Grands Balletts Canadiens de Montréal in Bonn auftraten, hatten sie just ein Stück aus Ohad Naharins „Minus One“-Serie dabei, das jetzt auch die Niederländer tanzten. Was Wunder, mit ihnen hat der hinreißende israelische Choreograf „Minus 16“ bereits vor zehn Jahren erarbeitet.

Es ist nicht einfach eine Choreografie, sondern ein erstklassiges Spektakel, in das Naharin traditionelle jüdische Folklore als Kraftquell einbringt. Aber auch Mambo oder Dean Martin oder „Somewhere over the rainbow“. Also eine Collage. „16 minus one“, das sind die 15 Akteure. Sie sitzen in den vielleicht stärksten Nummer anfangs im Halbkreis auf Stühlen. Sie, Tänzer wie Tänzerinnen im Anzug mit Hut, lässt der Choreograf in einem heftigen Ritual mit den Stühlen tanzen und ihre Kledage von sich schleudern. Bis auf einen ganz außen. Man muss das nicht interpretieren, vielleicht ist ein befreiungsritual gemeint. Aber wie auch immer, es ist grandios. Der Antrieb ist ein immer wiederkehrender hämmernder Beat. Am Ende holen sie sich auch wieder aus dem Publikum Mittänzer auf die Bühne. So ein Rausschmeißer steht natürlich auch am Ende. Ob das Ensemble Nederdans I das tanzen würde, wissen wir nicht, aber die jungen Leute von Nederdans II waren hinreißend bei der Sache, die sie zuvor aber auch seriöser gehandhabt hatten in den beiden ersten Teilen des Abends, also bei „Passe-Partout“ von Lightfoot Léon und „Gods and Dogs“ vom großen Jiri Kylián.

Lightfoot Leon sind bekanntlich zwei, Paul Lightfoot und Sol Léon, als Duo erfolgreiche Stammchoreografen der Niederländer. Und ihr „Passe-Partout" auf Quartettmusik von Phil Glass ist ein auch in der Ausstattung hintergründiges Ballett für die jungen, eleganten Solisten und Paartänzer der Truppe. Streichquartette von Ludwig van Beethoven benutzte Kylián für sein Ballett à la mondo cane – im Bühnenhimmel erscheint die Ahnung einer sich merkwürdig wandelnden Bestie, halb Wolf, halb Bluthund. Sehr „dunkler“ Beethoven das Ganze, ohne einfachen Zugang, aber kraftvoll in den Bildern.
H. D. Terschüren, Kölnische Rundschau 6. Mai 2010

HINREIßENDER TANZ DER JUNIORTRUPPE
Mit Standing Ovations hat das Publikum im ausverkauften Festspielhaus die brilliante Aufführung des Nederlands Dans Theater II im Rahmen des Bregenzer Frühlings gefeiert. Die Talentschmiede des Nederlands Dans Theater I steht der Hauptgruppe in nichts nach.

„Ich mag das Aufbrechen und Überarbeiten meiner Choreografien. Es gibt mir die Möglichkeit, völlig neue Sinn-Zusammenhänge, Blickwinkel und Wirkungen zu entdecken“, sagt Ohan Naharin über seine innovative, packende und funkelnde Collage „Minus 16“, die Szenen aus früheren Jahren zusammenfasst. Bei aller Vielfalt der Tänze zur Musik von „Mambo Love“ bis Techno-Metal oder meditativen Klängen bis Arvo Pärt unterstreicht sie wiederrum das Thema, mit dem der Choreograf sich immer wieder auseinandersetzt: die Macht des Individuellen und der sozialen Konformität. Zugleich ist sie eine Hommage an die einzelnen Tänzerpersönlichkeiten, die in immer neuen Bewegungsmustern zwischen Zartheit und Expressivität erzählen, was sie zum Tanten gebracht hat.

Zwingend die Szene auf Klappstühlen, bei der sich die Tänzer sich bald synchron, bald in durchlaufenden Wellen wie im Elektroschock umherwerfen, sich die Kleider vom Leib reißen bis auf einen der sich widersetzen will und sich wieder und wieder kopfüber fallen lässt. Natürlich brodelt der Saal, als die Tänzer sich zuletzt zum wirbelnden Cha-Cha-Cha ihre Partner aus dem Publikum holen, die von Profis geführt, sofort eine gute Figur machen, bis hin zur älteren Dame, die zuletzt vom Ensemble umtanzt wird.
Christel Voith, Schwäbische Zeitung 3. Mai 2010

KöRPER ERZäHLEN FANTASTISCHE GESCHICHTEN
Sie sind jung und voller Energie, ihre Körper strotzen vor Vitalität und Kraft, expressiv fast explosiv und ohne Kompromisse geben sie sich ihrer Leidenschaft hin: dem Tanz – und reißen alle mit, die ihren Weg kreuzen. Ihrem Ausdruck und ihrer Bühnenpräsenz kann man sich nicht entziehen. Kein Wunder, dass das Nederlands Dans Theater (NDT) als tonangebend gilt, wenn es um modernen Tanz geht. Sein legendärer Ruf ist offenbar auch bis in unsere Region gedrungen, durften die „Jungen Wilden“ des NDT, das NDT II, doch vor einer ausverkauften Stadthalle mit ihrer ganz eigenwilligen, experimentellen und ganz persönlichen Tanzsprache brillieren.

Dabei „spricht“ beim NDT II nicht nur der Tanz. Es ist das Ganze, das wirkt: Choreografie, Musik, Bühnenbild und Licht bilden eine untrennbare Einheit, die unweigerlich in ihren Bann zieht und aus dem Rahmen fällt. Was vor allem beim ersten Stück „Passe-Partout“ des Choreografen-Duos Paul Lightfoor und Sol Léon wörtlich zu nehmen ist. Vier Wände mit unterschiedlich großen Türöffnungen schweben von der Bühnendecke herab, während eine schwarz gekleidete Frau zu einem Streich-Quartett des Minimal-Komponisten Philip Glas majestätisch einherschreitet.

Mal bilden die vier Wände, beziehungsweise deren Durchgänge einen in die Tiefe, ins Innerste zeigenden Weg, mal verschieben sie sich zu einem Labyrinth, durch das die vier Männer und die zwei Frauen suchend irren, überraschend wieder auftauchen oder spurlos verschwinden. Fast unwirklich wirkt die Szenerie, wenn sich alle vier Wände mitsamt der Tänzer im gleichen Tempo aber entgegen gesetzt über die Bühne bewegen. Alles scheint zwischen Traum und Wirklichkeit zu schweben, Halt suchend in der permanenten Veränderung.

Auch beim zweiten Stück „Gods and Dogs“ vom NDT-Hauschoreografen Jiri Kylián, schaffen Tänzer, Bühne und Licht eine fesselnde Atmosphäre in fast gespentischem Zwielicht. Im (fingierten) Kerzenschein geben sich die acht Tänzerinnen und Tänzer ihren Fantasien, den Auswüchsen ihrer Seele hin. Mal zucken ihre Gliedmaßen im Staccato-Tempo, mal bewegen sie sich Nixengleich zu Beethovens Musik, als tauchten sie durch unerforschte Meerestiefen.

Das Beste kommt zum Schluß mit Ohad Naharins „Minus 16“. Die expressive Tanzsprache des mehrfach ausgezeichneten Choreografen scheint wie geschaffen für die NDT-ler. „Der menschliche Körper macht mich einfach an“ hat Naharin einmal gesagt und dementsprechend betont ist seine Arbeit. In einem immer wieder kehrenden Bewegungskanon springen die Tänzerinnen und Tänzer, die auf Klappstühlen in einem Halbkreis sitzen, in einer perfekten La-Ola-Welle wie angeschossen in die Höhe, recken ihre Brust gen Decke und lassen sich wieder auf ihren Stuhl fallen. Nur einer stürzt zu Boden, immer und immer wieder, so dass allein schon das Zusehen irgendwann schmerzt.

Die brutale Körperlichkeit steht im Kontrast zu den locker-beschwingten Swing-, Cha-Cha-Cha- und Bossa-Nova-Rhythmen. Dann wird der Stuhlhalbkreis aufgelöst und jeder tanzt für sich, aber nur scheinbar, den auch das Gesamtbild ist stimmig, jede einzelne Bewegung korrespondiert mit denen der Anderen. Plötzlich ist Stillstand und mit grimmiger Miene steigen die Tänzer in ihren schwarzen Anzügen in den Saal hinunter und suchen sich ihren Tanzpartner. Gemeinsam geht es wieder auf die Bühne, wo weiter getanzt wird, sehr zur Freude der Zuschauer die im Saal sitzen bleiben durften.

Aber selbst jetzt mit den Laien an ihrer Seite, gelingt den Tänzern ein synchroner amüsanter Tanz und das wohlgemerkt nicht auf Kosten der auf die Bühne beorderten Zuschauer. Das Stück gipfelt in einem fast animalischen Ausbruch von Körperlichkeit, alles ist in Bewegung, wie wild, wie von Sinnen, wie wunderbar. Wenn die Zukunft des Tanzes so aussieht, könnnen sich alle Tanzbegeisterten beruhigt zurück lehnen.
Nina-Anna Beckmann, Main-Echo 3. Mai 2010

SELBST DAS PUBLIKUM TANZT
Mit Standig Ovations hat das Publikum im ausverkauften Festspielhaus die brillante Aufführung des „Nederlands Dans Theater II“ gefeiert. In drei Choreografien beeindruckten die fünfzehn Tänzer im Alter von 17 bis 23 Jahren mit Kraft, Geschmeidigkeit, Charme und Esprit.

Visionen von Angst hat Jiri Kylián in Gods n Dogs von 2008 beschworen. Sechs Tänzer, eingeschlossen zwischen düsteren Portalen, welche ihnen langsam, bald hektisch folgen, loten Grenzerfahrungen aus, erstarren durchmessen in Raserei den Raum, nähern sich an zu emotionslosen Pas de deux. Eine suggestive Choreografie am Rand des Wahnsinns.
Abstrakter dann das „Passe-Partout“ von Paul Lightfoot und Sol Léon, ein flackerndes Licht eines Standscheinwerfers, der die langen Schatten der Tänzer an die Rückwand malt, die sich öffnet zu einem schillernden Vorhang aus Schnüren. Tanz und zirkusreife Akrobatik, harte Kontraste zwischen Zeitlupe und wildem Taumel, zwischen engen Verschlingungen und Wegwerfen prägen die Choreographie von 2009.

Mit der Macht des Individuellen und der sozialen Konformität setzt sich der israelische Choreograf Ohad Naharin in seiner packende Collage „ Minus 16“ auseinander, zugleich eine Hommage an die einzelnen Tänzerpersönlichkeiten, die in immer neuen Bewegungsmustern zwischen Zartheit und Expressivität erzählen, was sie zum Tanzen gebracht hat.
Natürlich brodelt der Saal. Als sich die Tänzer zum wirbelnden Cha-Cha -Cha ihre Partner aus dem Publikum holen, die, von Profis geführt, sofort eine gute Figur machen.
Vorarlberger Nachrichten, 3. Mai 2010

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