zur Startseite

zur Startseite (ecotopia dance productions: Repertoire KOMOCO / Sofia Nappi - PUPO)

KOMOCO / SOFIA NAPPI

REPERTOIRE

CHOREOGRAPHIESOFIA NAPPI & DIE TÄNZERINNEN
TANZKOMOCO COMPANY: ARTHUR BOUILLIOL, LEONARDO DE SANTIS, GREGORIO DRAGONI, GLENDA GHELLER, INDIA GUANZINI, PAOLO PIANCASTELLI, JULIE VIVÈS
CHOREOGRAPHISCHE ASSISTENZADRIANO POPOLO RUBBIO
MUSIKDEAD COMBO, JEAN DU VOYAGE, IRFAN, FRÉDÉRIC CHOPIN U.A.
SOUND DESIGNED MARS & SOFIA NAPPI
LICHTDESIGNALESSANDRO CASO
KOSTÜMDESIGNJUDITH ADAM
URAUFFÜHRUNG13.1.2024 TANZ KÖLN AM SCHAUSPIEL KÖLN, DEPOT 2 (D)

„Pupo“ bezeichnet im Italienischen gleichzeitig das Kind und die Puppe: Sofia Nappis neues Stück ist von Pinocchio inspiriert, der hölzernen Puppe, die so gerne ein echter Junge wäre. Im Zentrum steht die Metamorphose der Marionette: Wie geschieht diese langsame Verwandlung von einem Zustand in den anderen? Wie wird das naive Kind erwachsen und lässt sich nicht mehr von anderen manipulieren? Carlo Collodis weltberühmtes Kinderbuch inspirierte die junge italienische Choreografin zu einer modernen Coming-of-Age-Geschichte, durch die in Assoziationen auch die märchenhaften Figuren wie Fuchs und Kater, die sprechende Grille oder die blaue Fee geistern.

Sofia Nappis Tanzsprache verbindet das wilde, lockere Fließen des israelischen Tanzes, wie man es aus Ohad Naharins Gaga-Sprache und von Hofesh Shechter kennt, mit Elementen des Breakdance wie Locking oder Popping, wenn es um die ruckartigen Bewegungen der Marionette geht. Mit minimalen Gesten und aufblitzenden Leitmotiven, eingebettet in die vielfach gespiegelte, unbändige Bewegungslust eines jungen Menschen, bezieht sich die Choreografin auf die Geschichte des Erwachsenwerdens, die sich auf persönliches Wachstum und Bewusstwerdung bezieht: wie das unschuldige, neugierige Kind in der Welt erwacht, wie es Menschen trifft und mit ihnen spielt, seine Grenzen austestet.Wie der Heranwachsende den ersten Versuchungen wie der Gier begegnet, wie er leichtgläubig betrogen wird, mit sich selbst ins Reine kommt und schließlich die Kraft der Vergebung kennen lernt. Durch seine eigene Erkenntnis und mit Hilfe der Leitfiguren findet Pinocchio zu sich selbst: Choreografisch verbindet sich das Individuum mit dem Kollektiv zu einer mantra-artigen Musik, die einen Moment der Transformation symbolisiert.

Die stark rhythmische Musikcollage, zu der Pinocchio tanzt, reicht vom folkloristischen Ton einer Gitarre bis zu getragenen, mystischen Klängen, am Ende schwingt zu einem zarten Chopin-Nocturne die Melancholie der Erinnerung mit. Nappi erzählt nicht pantomimisch, sondern integriert minimalistische Bilder in ihren Tanz – das verrückte Zucken einer Marionette oder das Strippenziehen und Manipulieren, das blitzartige Wachsen einer langen Nase, verführerische Tangoschritte oder Tierbewegungen. Weiße Gesichtsmasken, die geheimnisvoll auf den Gesichtern auftauchen und wieder verschwinden, spielen auf die Stereotypen und die Gesellschaftskritik der alten italienischen Commedia dell’arte an. Eine starke, atmosphärische Lichtregie setzt den zentralen Helden und all die Einflüsse auf ihn in Szene.

„Pupo“ entstand für Erwachsene, wird aber Menschen jeden Alters zu schauen und zu denken geben. Die Choreografin versteht die Erzählung von der verwandelten Holzpuppe als den lebenslangen Versuch, die beste Version von sich selbst zu werden. Nie sollen wir dabei das Kind in uns selbst vergessen, die impulsive, verspielte Holzpuppe, die wir einmal waren, die ausgelassene und unbändige Lust der Kinder, zu tanzen. „Das Holz, aus dem Pinocchio geschnitten ist, ist die Humanitas, das Menschsein“ – so sagte der italienische Philosoph Benedetto Croce über die ikonische Figur der kleinen Holzpuppe, die so gerne ein Junge sein möchte.



PUPO entsteht in Zusammenarbeit von Burghof Lörrach (D), Danse Danse Montréal (CA), ecotopia dance productions (D), Escher Theater (L), KOMOCO / Sofia Nappi (I), MART Foundation (US), ROXY Ulm (D), Sosta Palmizi (I), Tanz Köln (D), Theater Winterthur (CH), Tollhaus Karlsruhe (D)

Mit Unterstützung von Istituto Italiano di Cultura di Colonia, MiC-Direzione Generale Spettacolo, im Rahmen des NID Platform international residencies programme.

nach oben